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Lebe.

Das kommt immer schleichend. Du merkst es gar nicht. Irgendwann ist es da und du bist nicht mehr allein. In deinem Kopf sind diese bohrenden Fragen und dieses damit einhergehende, besondere Gefühl ist auch wieder da. Dann wachst du eines Morgens auf und dein erster Gedanke ist „Nicht schon wieder.“ Gefolgt wird er bloß noch von der Frage: „Muss ich wirklich?“. Dann kommen schon die Tränen und wenn du nicht aufpasst, hat es dich direkt wieder im Griff. Plötzlich. Gestern war eigentlich alles noch in Ordnung. Und heute? Fühlt sich die Welt, trotz strahlendem Sonnenschein, grau und dunkel an.

Du erinnerst dich zurück an die Zeit, als du zum ersten Mal Bekanntschaft mit diesem Gast gemacht hast und erinnerst dich auch daran, dass du ihn eigentlich nie wieder reinlassen wolltest. Eigentlich. Und dann ist er doch wieder da. Und dann sitzt du da. In Gedanken versunken und fragst dich nach dem Sinn. Nicht des Lebens, sondern nach deinem. Dann sitzt du da und dein Ehemann kann Witze reißen und Sprüche bringen und um dich herumhampeln wie der begabteste Kindergeburtstagsclown – nicht mal ein gezwungenes Lächeln kommt über dein Gesicht. Das ist dann eher so, mit Verlaub, du würdest ihm lieber eine reinschlagen, alleine sein und dich in deinem Mitleid suhlen. Denn, seien wir ehrlich, das kannst du am besten. Rausgehen? Die Welt sehen? Dagegen ankämpfen? Das kostet doch so viel Kraft und wer hat die schon. Das einzige was du kannst, ist es, diese herrlichen Pläne zu schmieden. Morgens im Zug, auf dem Weg zur Arbeit. Da kommen dir so viele Ideen. Du willst eigentlich mal wieder schreiben. Und lesen. Und einfach was Neues machen. Das mit dem Sport braucht doch auch nur einen Plan. Denkst du so. Auf der Rückfahrt am Nachmittag bist du wieder zu müde. Der Kopf tut weh. Und eigentlich willst du nur wieder Zeit für dich. Auf der Couch liegen. Einfach mal nichts tun. Freunde? Dafür hast du keine Kraft. Familie? Dafür hast du keine Kraft. Sport? Ach, hören wir doch auf… Macht doch keinen Sinn.

Ist so ein Thema. Da redet man nicht so drüber. Ist besser so. Kann keiner mit umgehen. Und dann will man ja auch niemanden belasten. Trägt es mit sich rum. Ist schon besser so. Bis es dann zu spät ist…

Dann doch lieber: Tritt dir in den Hintern, zieh die Sonnenbrille aus, lass deinen Körper Vitamin D produzieren, spüre wieder das Glück, probiere das Lächeln wieder aus und vor allen Dingen: Lebe.

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2 Kommentare zu „Lebe.

  1. Weißt du, das Gefühl morgens voller Tatendrang zu sein und auf dem Rückweg nach Hause alles wieder zu verwerfe – das kenne ich zu gut.Ich schiebe es auf den stressigen Arbeitsalltag, danach möchte man einfach Ruhe. Wenn ich regelmäßig Sport treibe (wozu ich mich auch zwingen muss), ändert sich meistens meine Stimmunslage.
    Wenn man jedoch gar nicht mehr lachen kann, dann wird es die höchste Zeit was dagegen zu unternehmen – das geht auf Dauer nicht gut.
    LG und ein schönes Wochenende
    Emma

    1. Ja, das kenne ich so auch. Ich habe das vor einigen Jahre schonmal durchgemacht – mit allem drum und dran. Nun ist es ja leider so, dass man einfach auch immer anfälliger bleibt, wenn man schon mal eine depressive Phase hatte – das wollte ich hier einfach mal rauslassen, dass es leider ein immer mal wieder auftretender Kampf mit sich selber bleibt. Ansonsten geht’s mir gut 😊. Ich wünsche dir auch ein schönes Wochenende – hoffe bei dir scheint genauso schön die Sonne, wie bei uns!

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