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[Mein Baby] Vom Rand der Verzweiflung und den dünnen Nerven

Eltern werden ist wie ein Schubs ins kalte Wasser. Man kann im Vorfeld Gespräche darüber führen, unheimlich viel Lektüre über die Thematik wälzen und steht am Ende doch mit einem leicht schockierten Gesichtsausdruck vor dem Spiegel. Nicht nur einmal wird man sich im Laufe seines Elterndaseins die Frage stellen: Warum im Himmel habe ich mir das nur angetan?

Mein BabySelbstverständlich kennen wir die Geschichten von den schlaflosen Nächten, von schreienden Babys, vom Hin- und Hergelaufe mitten in der Nacht, nur um den Wurm ruhig zustellen. Aber niemand kann einem vermitteln, wie sich ein schreiendes Baby auf dem Arm wirklich anfühlt, dass man zeitweise an den Rand der Verzweiflung getrieben wird, dass die Nerven dünn wie Drahtseile werden und man froh ist, da nicht alleine durch zu müssen (An dieser Stelle: Ein Hoch auf die alleinerziehenden Mamas!). Kaum eine Mutter erzählt einer werdenden Mama von den wirklichen Schwierigkeiten beim Stillen. Davon, dass es nicht nur eine rosarote Wolkenwelt ist, dass es auch Mamas gibt, die das Stillen nicht genießen. Wie oft hört man schon im Vorfeld, wie toll Babys beim Autofahren oder auf ihrer Krabbeldecke einfach so einschlafen? Oh ja, diese seltenen Exemplare soll es tatsächlich geben, häufig in der freien Wildbahn aufzufinden sind sie jedoch nicht…

Umgekehrt kennen wir auch die Erzählungen von der allumfassenden Liebe, von dem Glücksgefühl, wenn das Baby einen zum ersten Mal anstrahlt und vor Freude strampelt, wenn es einen sieht. Und auch hier: Niemand konnte mir wirklich vermitteln, wie beim Anblick meiner Prinzessin Schmetterlinge in meinem Bauch toben würden, dass nur ihren Duft in meiner Nase zu haben Glückshormone durch meinen Körper sprudeln lässt und das Geschrei, der Schlafmangel, die überreizten Nerven, einfach alles negative einfach weggespült wird.

Kaum jemand berichtet wirklich ausgewogen über das Thema Baby. Vielleicht, um niemandem Angst zu machen. Denn: Babys sind Arbeit. Harte Arbeit. Sehr harte Arbeit. Ich wollte meinen Mann nach den ersten zwei Wochen dazu überreden mir einen Crash-Kurs in seinem Job zu geben, damit wir tauschen können… Ein wenig finde ich es schade, wenn ich nur lese wie eitler Sonnenschein über jeder frischgebackenen Familie hängt. Ein wenig wünsche ich mir nämlich auch einfach mal ehrlich sein zu dürfen. Einfach mal zu sagen: Ja, meine Tochter ist das allerbeste was mir passiert ist, aber verdammt nochmal, manchmal (öfter als mir lieb ist) treibt sie mich doch an den Rand der Verzweiflung… (um es mal überspitzt zu formulieren).

 

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3 Kommentare zu „[Mein Baby] Vom Rand der Verzweiflung und den dünnen Nerven

  1. Mir gefällt Dein ehrlicher Text zum Thema „Baby“ sehr. Ich freue mich, wenn Du Lust hast, auf meinem Blog vorbeizuschauen. Ich habe nämlich genau deshalb mit dem Bloggen begonnen, weil es mir auf die Nerven ging, immer nur zu lesen, wie toll das alles ist. Eine sehr einseitige Darstellung, die einen in der ersten stressigen Zeit nicht gerade glücklicher macht.

  2. So ist es! Es ist nun mal nicht alles rosarot.
    Deswegen schreibe ich auch so offen darüber.
    Aber dafür wird man dann auch manchmal schief angeguckt. Ist mir aber egal. Sei auch Du weiterhin so ehrlich. 😊

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