Baby-Welt · Eltern-Welt · Gedanken-Welt · Uncategorized

Es gibt nicht DIE eine richtige Erziehungsmethode

Bereits in der Schwangerschaft macht man sich automatisch Gedanken: Wie will ich mein Kind einmal „erziehen“? Was will ich meinem Kind auf den Weg geben, welche Werte will ich vermitteln, wie soll unsere Beziehung werden. Da ich aber, wie ihr ja wahrscheinlich bereits wisst, in der Schwangerschaft jegliche Schwangerschafts- sowie Babylektüre gemieden habe, versuchte ich auch diese leidige Thema hinten anzustellen. Wichtig war doch zunächst ein gesundes Baby zur Welt zu bringen und dessen Bedürfnisse soweit es in meiner Macht steht zu erfüllen. Liebe, Zuwendung und Nahrung. Das ist es doch was ein Baby braucht. Na gut, und ab und an eine frische Pämpi.

hands-1022028_1920

Schon im Schwangerschaftssportkurs kamen aber einige werdende Mütter auf mich zu mit der Frage, welches Erziehungskonzept wir denn für unser zukünftiges Kind geplant hätten. Planung. Dieses Wort. Als ob irgendetwas planbar gewesen wäre, von dem was mich nach der Geburt erwartete. Überhaupt schien bzw. scheint es in Mode zu sein alles zu planen. Da fängt es mit dem Geburtsvorbereitungskurs an und endet mit der Frage bei der Klinikanmeldung, ob ich den einen Geburtsplan hätte. Hä? Geburtsplan? Mein Plan ist: Nicht vor Schmerzen in Ohnmacht fallen, nicht sterben, meinem Kind so schnell es mir möglich ist auf die Welt zu helfen. Kann man da noch anderes planen? Vielen scheint das Sicherheit zu geben. Verständlich. Eine Geburt ist kein Zuckerschlecken. Während also einige die Konfrontationstherapie in Angriff nehmen und alles minutös genau planen, verfolge ich eher die Verdrängungstaktik. Die kleine kommt schon irgendwie raus. Muss ja. Wie es sich dann herausstellte, hätte jedweder Plan bei mir auch nichts gebracht – vorzeitiger Blasensprung, Wehen mit zu langen Abständen und zwar bis zum Schluß, 30 Stunden von Einlieferung ins Krankenhaus bis zur Geburt – nein, dass hätte ich so nicht geplant. Nun gut. Ich weiche ab.

Planung. Nein, wir haben natürlich noch absolut gar keine Ahnung, wie wir unser Kind erziehen wollen. Und was es da alles gibt für Methoden. Im Kommen und ganz schön hipp sind diese alternativen Erziehungsansätze: Attachement Parenting. Bedürfnisorientierte Erziehung. Unerzogen. Antiautoritärer Erziehungsstil. Hach. Ich gebe es offen zu: Ich kenne mich mit keiner Erziehungmethode zu 100% aus. Was ich allerdings verstehe ist: Mein Kind steht an erster Stelle. Und zwar bei allen Erziehungsmethoden. Wenn man mal von der Härte & Bestrafungs-Erziehung absieht.

Für mich bietet jede Methode positive sowie negative Aspekte und ich denke für uns ist der Mittelweg der richtige. Ich bin der festen Überzeugung das Kinder Grenzen brauchen. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir unseren Kindern auch Regeln beibringen müssen. Unsere Welt funktioniert nunmal mit Regeln. Ich lese von Müttern die eine Stunde auf dem Parkplatz verbringen, weil ihr Kind nicht in den Kindersitz will und sie es nicht „zwingen“, des Respekts wegen. Würde ich nie tun. Es tut mir leid. Wirklich. Und das hat nichts mit der Unterordnung meines Kindes zu tun, sondern schlichtweg damit, dass es meiner Meinung nach im erwachsenen Leben so auch nicht geht. Aber ich respektiere diese Mama und würde sie dafür nicht verurteilen.

Ich bin auch der festen Überzeugung, dass Liebe immer der richtige Weg ist. Dass ich meinem Kind nicht verbieten sollte, ohne zu erklären. Dass Bestrafung ohne Gespräche kontraproduktiv ist.

Meiner persönlichen Ansicht nach (um jetzt mal aus der Schusszone zu wandern) gibt es nicht DIE eine richtige Erziehungsmethode. Weil jede Familie anders ist. Jede Familie funktioniert auch anders. Soll man den Partner zum Familienbett zwingen, obwohl dieser sich nicht wohlfühlt? Ich denke nicht, oder? Ist es nicht viel mehr der richtige Weg einen Kompromiss für alle zu finden?

Und weil wir alle so verschieden sind, sollten wir einander auch diese Unterschiede lassen. Keine Mama, kein Papa will was schlimmes für das Kind. Jeder wird nach seinem Ermessen und nach seinen Möglichkeiten sein bestes geben. Ob es nun die Mama ist, die eine Stunde mit ihrem Kind auf dem Parkplatz verbringt, oder die Mama, die ihr Kind im Arm wiegt und ihm leise zuflüstert, dass sie jetzt nach Hause fahren müssen, es anschnallt, seine Lieblingsmusik anmacht und losfährt.

 

 

Advertisements

5 Kommentare zu „Es gibt nicht DIE eine richtige Erziehungsmethode

  1. AMEN! Da hast du völlig recht wie ich finde. Der Stil muss zur Familie passen und nicht umgekehrt. Jeder nimmt sich doch aus jedem Stil was er gut findet und lässt die negativen Dinge außen vor. Ist doch ganz normal.
    Toll geschrieben.

    1. Vielen Dank liebe Perlenmama 🙂 Ich muss zugeben, dass mich dein Post „Mein erster Shitstorm“ etwas zu dem Post inspiriert hat. Ich finde es nämlich ganz schrecklich, dass es in den Augen von einigen Mamas immer nur eine Art der Erziehung gibt und zwar ihre und wenn man nur etwas abweicht ist man gleich die Buhfrau -.- Anstatt, dass wir Mamas uns gegenseitig unterstützen und Mut machen fechten wir Kriege aus, wo es keine geben sollte… Ich habe dich und deinen Blog zwar erst spät entdeckt, aber ich folge euch sehr sehr gerne 🙂

  2. Meine Meinung: Konzept, Methode usw usf klingt immer nach einem Schema. Und wenn ich mein Kind in ein Schema pressen möchte, dann kann ich gleich eine Software programmieren, nach der das Kind laufen soll.
    Ein Kind ist ein Individuum, dem man gerecht werden muss, in den verschiedensten Lebenssituationen. Und die jeweiligen Reaktionen können nicht einem Konzept folgen.

  3. Doch – ich denke, dass es Ansätze gibt, die definitiv allen Kindern gerecht werden. Bedingungslose Liebe, Respekt, Geduld, Aufmerksamkeit, Gleichwürdigkeit, Zuwendung, Aufmerksamkeit sind für kein Kind falsch.

    Abseits davon gibt es Vieles, das keinem Kind schadet und unterschiedlich gelebt wird.

    Liebe Grüße
    Danielle

    1. Liebe Danielle, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich dachte, dass hätte ich in meinem Post klar gemacht – Liebe, Zuwendung, an erster Stelle stehen sind alles Dinge, welche in meinem Post Erwähnung finden. Allerdings hört es bei vielen Ansätzen damit ja nicht auf – um das Parkplatzbeispiel aufzugreifen, ich kann meinem Kind auch Liebe & Zuwendung geben, indem ich es beruhige, im Arm halte gut zu rede und versuche zu erklären, warum wir jetzt nach Hause fahren müssen – für mich wäre das der richtige Weg. Für die Beispielmama war der richtige Weg eine Stunde zu warten, bis ihr Kind von alleine seine Zustimmung gibt – das ist für sie der richtige Weg. Daher ist ja weder ihre Methode DIE eine richtige, noch meine. Du verstehst? Das alleine wollte ich klar machen 🙂 Ich wünsche dir ein schönes Wochenende, Klaudia

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s