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[Mein Baby] Wenn es mal anstrengend wird…

Mutterschaft kann anstrengend sein. Ohja. Diese Woche zum Beispiel: Ich krank, Leia krank und die zwei unteren Schneidezähne sind natürlich genau jetzt auch am Durchbrechen. Die Nächte sind dementsprechend unangenehm. Dank sei dem Concealer! Aber manchmal hilft auch der beste Concealer nicht. Da wandelt man wie in Trance durch die Wohnung, sitzt ein wenig neben der Spur beim Baby und hofft, dass der Papa bald nach Hause kommt, oder die Oma mal wieder Zeit zum Babysitten hatten. Da braucht man mal wieder Zeit. Zeit für sich. Zeit zum Gesundwerden. Während Kranksein früher bedeutete: Aspirin, dick einmummeln, heißer Tee und viel schlafen, muss man mit Kind „viel schlafen“ rigoros von seiner Liste streichen. Schläft das Kind nicht, kann die Mama nicht schlafen. Da gibt es doch diese eine Werbung, in der sich die Mutter frei nimmt, weil sie krank ist und die Tochter völlig verdutzt schaut. So isses. Aber bereue ich deswegen Mama geworden zu sein? Bestimmt nicht.

Mein Baby

Meine Nägel haben schon länger keinen Nagellack mehr gesehen, Make-Upfindet seinen Weg nur auf mein Gesicht, wenn ich wirklich aus dem Haus gehen muss und dazu zählt nicht der kurze Besuch beim ALDI/Edeka/dm meines Vertrauens um die Ecke. Ein Baby zu haben, welches von langen Schläfchen am Tag nichts hält, führt über Kurz oder Lang zur Priorisierung wichtiger Tagesabläufe, dazu gehört nun mal eher das Essen, als der Lipliner. Aber bereue ich deswegen Mama geworden zu sein? Bestimmt nicht.

Dass das Leben sich mit Baby ändert, war doch klar. Oder nicht? Hmm. Manchmal, wenn ich so durch’s WWW surfe und diverse Artikel, Tweets und Posts zum #regrettingmotherhood (oder neuerdings dem Pendant #regrettingfatherhood) lese, dann glaube ich war es vielen Müttern und Vätern eben nicht klar. Der Schrei nach Freiheit, Freizeit, Erfüllung ist groß bei diesen Eltern. Der Verdruss festzustellen, dass man nicht alles zu 100% haben kann ist noch größer. Die vielen, oftmals nicht anonymen Berichte fallen hoffentlich nicht den Kindern in die Hände, die diese Verzweiflung ausgelöst haben – denn ich bin ehrlich: Würde ich so einen Text von meiner Mutter entdecken, wäre ich vor den Kopf gestoßen.

Was ist also der Grund für diese Selbstgeißelung. Warum tun sich so viele Mütter und Väter schwer und bereuen es Eltern geworden zu sein? Waren sie wirklich nicht vorbereitet genug? Kann man denn darauf vorbereitet sein, was kommt? Muss man das? Der Grund ist, in meinen Augen: Wir wollen zu viel. Wir wollen Mutterglück und Karriere. Wir wollen Kinderliebe und durchtanzte Nächte. Wir wollen strahlende Babyaugen und ein Styling wie vom Friseur. Wir wollen, wollen, wollen… Vielleicht sollten wir, nur für einen Augenblick mal aufhören mit diesem „Wollen“. Vielleicht sollten wir, nur für einen Augenblick, so stupide es auch ist und klingt, klischeehaft die Welt aus Kinderaugen betrachten. Vielleicht sollten wir uns, bevor wir Kinder bekommen klarwerden, dass es das was die Politik da so schön propagiert nicht gibt – nicht ohne Verzicht, nicht ohne Stress und nicht ohne das etwas auf der Strecke bleibt. Vereinbarkeit ist nicht mit 100% in allen Lebenssituationen möglich.

Aber wenn wir uns dafür entscheiden den Weg zu gehen, dann, ja bitte dann sollten wir nicht das eine große Geschenk dafür verantwortlich machen, das nichts, absolut gar nichts für unser Unglück kann. Und wenn wir es doch mal müssen, dann still, im Geheimen, in uns selber, bei unserer Freundin, aber nicht öffentlich, nicht da wo die Kinder das mal lesen könnten und es ihre kleine Seele zutiefst verletzten könnte. Wer sagt „ich bereue mein Kind“, hat diesen Satz in die Welt hinausgeworfen, da hilft auch kein „aber ich würde es nie wieder hergeben wollen“ hinterher. Worte können verletzen. Schade, dass dies in unserer Zeit in Vergessenheit gerät.

Und eines ist sicher: Kinder sind nicht dazu da uns glücklich zu machen, vielmehr sind wir da um sie glücklich zu machen. Danke für diese wahren Worte liebe Liz! Und weil mir dein Abschlußsatz so gut gefallen hat, möchte ich mit diesem hier auch schließen:

Nein, Kinder machen nicht glücklich. Das müssen wir schon selber tun.

 

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